Auf der Suche nach Sicherheit: Leben mit Erdnussallergie

Die Erdnussallergie zählt zu den gefährlichsten Lebensmittelallergien. Ob in Schokoriegeln, sauren Snacks oder Brotaufstrichen - Erdnüsse sind in vielen Lebensmitteln erhalten. Erdnussallergiker müssen also die Inhaltsstoffe auf der Verpackung genau unter die Lupe nehmen, bevor sie sich einen Snack erlauben, denn ein kleiner Bissen genügt oft, um bei Allergikern heftige Symptome auszulösen.
Die Erdnuss – eigentlich keine Nuss
Obwohl "Nuss" Teil ihres Namens ist, ist die Erdnuss eigentlich eine Hülsenfrucht und unterscheidet sich stark von Baumnüssen. Ähnlich wie Sojabohnen und Linsen, sind Erdnüsse essbare Samen, die in Schoten wachsen. Ursprünglich in Südamerika beheimatet, ist die Erdnuss heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Lebensmittelproduktion im Westen und gewinnt auch als nachwachsender Rohstoff in der chemischen Industrie immer mehr an Bedeutung.
Mediziner:innen und Pharmazeut:innen beobachten diesen Trend mit Besorgnis. Noch vor zwei Jahrzehnten waren Erdnussallergien in Deutschland und Österreich selten, doch heute gehört diese Allergieform zu den verbreitetsten Nahrungsmittelallergien. In den USA sind etwa 1% der Bevölkerung davon betroffen, in Österreich liegen die Zahlen etwas niedriger.
Risiken
Bereits kleinste Mengen können bei Erdnussallergikern eine Palette an Reaktionen auslösen – von Hautirritationen über Schwellungen im Gesichtsbereich bis hin zu gastrointestinalen Beschwerden. Im Extremfall drohen lebensgefährliche Zustände wie Atemnot und Schock. Der absolute Verzicht auf Erdnüsse scheint der einzige Schutz zu sein, doch selbst eine akribische Diät kann nicht immer vor versteckten Spuren von Erdnüssen in Lebensmitteln schützen. Unbeabsichtigte Kontakte mit Erdnüssen bleiben daher ein beständiges Risiko. Eine heilende Behandlungsmöglichkeit würde das Wohlbefinden der Betroffenen maßgeblich verbessern und Notfälle abwenden – ein Ziel, das derzeit noch in der Forschung liegt.
Forschung
Wissenschaftler arbeiten kontinuierlich daran, das Verständnis der Erdnussallergie zu vertiefen und neue Behandlungsmöglichkeiten zu erforschen. Frühere Studien deuten darauf hin, dass die rechtzeitige Einführung von Erdnussprodukten im frühen Kindesalter präventiv wirken könnte (Du Toit et al., 2008; Abrams et al., 2020), wobei eine solche Maßnahme stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen sollte. Andere Forschungsprojekte fokussieren auf die Entwicklung innovativer Medikamente, die potenziell vor einer Erdnussallergie schützen könnte.
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Quellen:
Du Toit, G., Katz, Y., Sasieni, P., Mesher, D., Maleki, S. J., Fisher, H. R., ... & Lack, G. (2008). Early consumption of peanuts in infancy is associated with a low prevalence of peanut allergy. Journal of Allergy and Clinical Immunology, 122(5), 984-991.
Abrams, E. M., Chan, E. S. & Sicherer, S. H. (2020). Peanut allergy: new advances and ongoing controversies. Pediatrics, 145(5).
Burks, A. W. (2008). Peanut allergy. The Lancet, 371(9623), 1538–1546.